Wir erinnern uns: Die deutsche Fußball-Nationalmannschaft kniete vor Anpfiff ihres Achtelfinales bei der diesjährigen EM auf dem Rasen und Kapitän Manuel Neuer trug die Regenbogenarmbinde. Das war – so Neuer – ein Zeichen für Toleranz und jegliche Art von Diskriminierung. Im März trugen die deutschen Nationalspieler vor einem Länderspiel den Schriftzug „Human-Rights“, also Menschenrechte, auf ihren T-Shirts. Nun sucht der deutsche Fußballbund nach einem neuen Hauptsponsor. Die Lufthansa, die nicht zuletzt durch Corona mit erheblichen Verlusten kämpft, kann sich das Sponsoring nicht mehr leisten. Ein potenzieller neuer Premiumpartner steht schon bereit. Es handelt sich dabei um die nationale Fluglinie von Katar, Qatar Airways. Das Emirat Katar wird im nächsten Jahr die WM ausrichten. Im Vorfeld gab es hierzu schon reichlich Kritik. Beim Bau der Stadien und Infrastruktur wurden und werden tausende Arbeiter ausgebeutet, mit schlechter Bezahlung, zu langen Arbeitszeiten, mangelnder Sicherheit und fragwürdigen Unterkünften. Katar ist im Allgemeinen dafür bekannt, dass es Menschenrechte nicht allzu ernst nimmt. Das zeigt, dass im deutschen Fußball die Moral dann doch nicht ganz so ernst genommen wird. Geld regiert die Welt und das ist beim deutschen Fußball wohl nicht anders. Da spielen Menschenrechte, trotz gegenwärtiger öffentlicher Bekundungen, schon einmal eine untergeordnete Rolle. Was sagt uns das? Schuster bleibt bei deinen Leisten. Ungeachtet der gelebten Doppelmoral gehören politische Statements nicht in den Sport. Das ist immer noch Sache der Politiker. Sport dient im besten Fall der Völkerverständigung, aber hauptsächlich zur Unterhaltung, daher sollte er sich partout auch darauf beschränken.

Quelle: https://www.welt.de/debatte/kommentare/article232426773/DFB-sucht-Sponsor-Der-Griff-nach-dem-schmutzigen-Geld.html?utm_source=pocket-newtab-global-de-DE