Lange Zeit hatte der Wirtschaftsminister Peter Altmaier an der Realität vorbei kalkuliert. Einen Tag, bevor die EU-Kommission eigene Berechnungen präsentiert, offenbart eine Analyse im Auftrag des Wirtschaftsministeriums, dass im Jahr 2030 fast ein Fünftel mehr Strom gebraucht wird, als bisher angenommen. Nun hat die regierende Politik die Energiewende auf dem Papier ohne Machbarkeitsüberprüfung beschlossen. Das heißt, sie will keine Energie mehr aus Kohle, Erdgas oder Kernenergie. Stattdessen will sie die Energie aus erneuerbaren Quellen erzeugen und, um CO2-neutral zu werden, sollen die Deutschen elektrisch Heizen, Kochen und Autofahren. Doch woher soll der sogenannte grüne Strom kommen? Strom zu importieren, ist eine schlechte Idee. Teuer. Unberechenbar. Abhängigkeit. Der vielgepriesene alternative Wasserstoff hat ebenfalls einen Haken: er muss produziert werden, das heißt, er braucht erst einmal Strom. Was demnach übrig bleibt, sind Windräder und Solarzellen. Das bedeutet nichts anderes, als dass zukünftig viele, viele Windräder und Solarzellen aufgestellt werden müssen. Das heißt aber auch, dass die Lebensqualität unserer Bürger etwa durch gigantische Windparks vor der Haustür leiden wird. Zum Vergleich: die im Jahr 2019 installierten Windräder stellten 106 Terrawattstunden Strom zur Verfügung; im Jahr 2030 werden – so der Wirtschaftsminister – ca. 665 Terrawattstunden gebraucht. Selbst wenn genügend Windräder und Solarparks vorhanden wären, so müssten parallel dennoch für die Dunkelflauten dieselbe Kraftwerkskapazität vorgehalten werden, um im Fall von Dunkelheit und Windflauten die Energieversorgung noch im ausreichenden Maße sicherstellen zu können. Von den Eingriffen zur Spannungsstabilisierung durch die ständigen Schwankungen einmal ganz abgesehen. Wenn die Bürger keine Windräderparks und Stromtrassen vor der Haustür haben wollen, bleibt nur eine Alternative: Den Ausstieg aus Öl, Gas und Atomkraft nochmals zu überdenken, ansonsten droht ein Energiechaos und der Wohlstand der Deutschen sowie der Wirtschaftsstandort Deutschland ist akut gefährdet.

Quellen: TA, 14.07.2021 und https://www.sueddeutsche.de/meinung/windraeder-kohle-erdoel-erdgas-altmaier-1.5350853