Aus der Presse ist zu entnehmen, dass das Land beabsichtigt, zum 1. Juli die Kriminalpolizei aus Arnstadt und damit aus dem Ilm-Kreis abzuziehen. Auch der Arnstädter Bürgermeister Frank Spilling gab sich gegenüber der TA (02.06.2021) ahnungslos. Diese Entscheidung fällt mitten in den Prozess der Suche nach einem neuen Standort für die Polizeistation in Arnstadt. Zurzeit befindet sich die Polizeistation in einem Dauerprovisorium, für die Bevölkerung schwer zugänglich in Stadtrandlage, was zu berechtigtem Unmut bei den Bürgern führte. Auch ich habe mich bereits im Landtag mit einer Initiative für die Polizeistation Arnstadt eingesetzt, nebst einem Haushaltsantrag für einen Neubau an einem geeigneteren Standort. Die Polizei in Arnstadt leistet gute und notwendige Arbeit, ist aber räumlich begrenzt untergebracht. Umso enttäuschter bin ich über diese Entscheidung aus dem Landtag, insbesondere auch darüber, dass hier über die Köpfe der Bürger hinweg entschieden wurde. Denn, wie selbst die linke Landrätin Petra Enders ausführt (TA 02.06.2021), sei der Ilm-Kreis führend bei den Kriminaldelikten. Mit Abzug der Kriminalbeamten verschärfe sich die Sicherheitslage im Ilm-Kreis weiter. Der Umstand, dass sich im Umkreis von Arnstadt das bedeutendste Gewerbegebiet Thüringens befindet, mache die Entscheidung des Thüringer Innenministeriums überdies unverständlich. Der Schutz der Bevölkerung sollte im Mittelpunkt personeller Entscheidungen im Polizeidienst stehen. Dies zeigt wiederrum, dass die Regierenden weit weg vom Geschehen und den ortsansässigen Bürgern Entscheidungen treffen. Ich fordere die Landesregierung deshalb auf, ihre Entscheidung dringend zu überdenken, sich mit den Gegebenheiten und der Kriminalitätssituation vor Ort vertraut zu machen und nicht gegen die Realität und den Bürgerwillen zu agieren.