Während deutschlandweit die Verimpfung des Astrazeneca-Impfstoffes eingestellt wurde, fordert die Thüringer SPD Sonderrechte für Geimpfte. Thüringens SPD-Landeschef und Innenminister Georg Maier fordert demnach, für Geimpfte nicht länger die Grundrechte einzuschränken. Geimpfte sollen schneller ihre Grundrechte zurückerhalten als Ungeimpfte. Nun, dass Menschen ihre Grundrechte zurückerhalten sollen, stellt eine durchaus berechtigte und unterstützungswerte Forderung dar. Nur bedeutet dies, dass nur eine kleine Gruppe der Thüringer in den Genuss dieser „Sonderrechte“ kämen. Denn nach Angabe des Thüringer Gesundheitsministeriums sind aktuell 8,6 % der Thüringer zumindest einmal geimpft. Hinzu kommt nun das (vorläufige) Aus des Astrazeneca-Impfstoffes, was nicht einfach durch andere Impfstoffe anderer Hersteller ersetzt werden kann. Damit wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das Ziel der Landesregierung, bis Ostern 10 % der Thüringer Bevölkerung zu impfen, nicht erreicht. Also, selbst wenn die Menschen sich impfen lassen wollen, können sie es – wie seit Langem bekannt – womöglich nicht. Demnach wird der Kreis der Geimpften in Thüringen bis auf absehbare Zeit relativ klein bleiben. Und eben für diesen kleinen Kreis möchten Maier & Co. nun Sonderrechte einführen. Das ist nicht nur ungerecht, sondern trägt weiter zur Spaltung der Gesellschaft bei. Auch ob die Impfungen das Mittel zur Beendigung der Krise sind – wie es versprochen wurde – bleibt abzuwarten.

Quellen: https://www.mdr.de/…/astrazeneca-corona-impfung-termine…; TA, 16.03.2021