Im Angesicht des nicht enden wollenden Lockdowns und der sich daraus ergebenen schwerwiegenden Folgen stellt sich die Frage: Wie lange noch? Experten sind sich sicher, dass der Virus bleiben wird. Sars-CoV2 weist Merkmale auf, die dies wahrscheinlich machen. Auch eine Impfung wird das Virus nicht ausrotten können. Ein Blick in die Geschichte lässt vielleicht eine Prognose zur weiteren Entwicklung des Virus zu. Vor gut 100 Jahren forderte die Spanische Grippe, der H1N1-Virus, in Deutschland allein über 420.000 und weltweit zwischen 20 und 50 Millionen Tote. Auch heute haben wir noch H1N1-Viren; diese lösen aber nicht mehr eine globale Katastrophe aus. Die Spanische Grippe endete als die Gesellschaft schließlich eine kollektive Immunität entwickelte. Ähnliches lässt sich für den Corona-Virus annehmen. Je mehr Menschen immun sind, desto größer wird der Schutz in der Bevölkerung. Der Erreger wird wohl nie ganz verschwinden, aber für die Gesamtheit harmloser werden. Was können wir also von der Spanischen Grippe lernen? Wir werden lernen, auch mit dem Corona-Virus zu leben. Weniger Schlüsse lassen sich über das gesellschaftliche und wirtschaftliche Danach ziehen. Nach dem Ersten Weltkrieg und der Spanischen Grippe folgten die sogenannten goldenen Zwanziger mit einem Wirtschaftsaufschwung. Die Zeiten waren aber andere. Die Spanische Grippe war nichts, mit dem sich die Regierenden auf höchster Ebene befassten, Gegenmaßnahmen wurden auf lokaler Ebene in den Kommunen beschlossen. Es gab keinen strengen Lockdown, keine eingeschränkte Bewegungsfreiheit oder gar eine Maskenpflicht. Die Grippe wurde von den Menschen vor dem Hintergrund des vergangenen Krieges und dessen Folgen als ein Übel unter vielen wahrgenommen. Es gab mehr Eigenverantwortung, statt heute Zwangsverordnungen und Strafen. Ob wir also nach der Corona-Krise erneut goldenen Zeiten entgegentreten, lässt sich partout nicht sagen. Das Agieren des Staates lässt wohl wenig darauf hoffen; zu massiv sind die Eingriffe in Wirtschaft und Gesellschaft. Was aber bleibt, ist die Erkenntnis: Neue Krankheitserreger und deren massenhafte Ausbreitung gab es schon immer und wird es wohl auch immer geben. Das ist die Biologie. Nur der Umgang mit den Viren ändert sich. Das ist Politik. So bleibt zu hoffen, dass in der Folge der Corona-Krise und insbesondere, wie die Regierenden damit umgegangen sind, keine pechschwarzen Zwanziger 100 Jahre nach der Spanischen Grippe folgen werden.

Quellen: TA, 17.02.2021; www.wiwo.de, 10.02.2021 und 16.02.2021