Auch im nächsten Jahr will Finanzminister Olaf Scholz (SPD) neue Schulden aufnehmen, um die Folgen der Corona-Krise aufzufangen. Im Raum stehen rund 96 Milliarden Euro an zusätzlichen Krediten im Haushaltsentwurf für das kommende Jahr. Mit den rund 218 Milliarden Euro aus zwei Nachbesserungen im Haushalt des laufenden Jahres türmen sich die Schulden auf mehr als 300 Milliarden Euro in nur zwei Jahren. Damit nicht genug. Scholz sieht auch Schulden für die nächsten Jahre vor, wenn auch im Rahmen der im Grundgesetz verankerten Schuldenbremse, die für 2020 und 2021 ausgesetzt wurde. Die gigantische Neuverschuldung darf keineswegs unterschätzt werden. Nicht nur, dass nachfolgende Generationen diese Lasten schultern müssen. Gibt ein Staat permanent mehr aus, als er einnimmt, ist er irgendwann überschuldet, was einen Staatsbankrott nach sich ziehen kann. Hält man dieses Szenario angesichts des vermeintlich „reichen“ Deutschlands für unrealistisch, sei daran erinnert, dass Deutschland bereits in 1923 in Folge des ersten Weltkrieges und in 1948 in Folge des zweiten Weltkrieges bankrott ging. Zwar lagen hier die Ursachen in den verlorenen Kriegen, aber angesichts, dass mit der Schuldenaufnahme in 2020 in Höhe von 218 Milliarden Euro ein neuer Nachkriegsrekord aufgestellt wurde, sollte dies zumindest zu denken geben. Nicht zu vergessen seien auch die Zahlungen an die EU und die europäischen Rettungsschirme, die tief in die deutsche Tasche greifen. Der Staat könnte diesmal ebenso als Verlierer aus dem Krieg gegen den Virus hervorgehen.

Quellen: TA, 24.09.2020; Bechtloff: Staatsbankrott: Wenn Länder pleite gehen, 2009