Eine Insolvenzwelle aufgrund von Corona fand bisher nicht statt. Warum? Weil die Insolvenzantragspflicht für Unternehmen für ein halbes Jahr bis Ende September ausgesetzt wurde. Ursprünglich ist es so, dass der Geschäftsführer eines Unternehmens spätestens 3 Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder einer Überschuldung ein Insolvenz-Eröffnungsantrag bei Gericht stellen muss. Alle diese Firmen werden dann aus Gründen des Gläubigerschutzes öffentlich bekannt gemacht. Dieses Verfahren ist nun bis September außer Kraft gesetzt. Einerseits soll es Unternehmen schützen, wegen Corona in die Insolvenz zu gehen. Andererseits müssen Unternehmen, die seit Jahresbeginn zahlungsunfähig sind, dieses nicht mehr öffentlich machen. Damit laufen Geschäftspartner und Lieferanten Gefahr, Geschäfte mit Unternehmen zu machen, die nicht zahlen können. Das kann wiederum zu Ausfällen von Forderungen führen, die dann wiederum das Gläubigerunternehmen in Zahlungsschwierigkeiten bzw. Insolvenzen führen kann. Hinzu kommt, dass bestimmte Branchen, wie etwa die Automobilindustrie, schon vor Corona in der Krise steckten. Der Brexit, die Handelskriege zwischen den USA und China und eine zunehmende Deglobalisierung wirkten negativ auf die deutsche Wirtschaft. Das Ende der Aussetzung der Anzeigepflicht von Insolvenzen könnte eine heftige Insolvenzwelle auslösen. So sieht es etwa der Leiter der Wirtschaftsforschung im Verband der Vereine Creditreform Patrik-Ludwig Hantzsch. Die Folgen für die Wirtschaft und unserer Bürger wage ich mir hier noch nicht abzuschätzen. Knapp 9000 Insolvenzen gab es im ersten Halbjahr. Doch im zweiten Halbjahr werden diese wohl leider weiter steigen, durch die falschen Maßnahmen der Politik in der vermeintlichen Corona-Pandemie. Doch wer trägt dafür die Verantwortung? Die CDU/SPD Bundesregierung?? Die rot/rot/grüne Landesregierung???

Quelle: www.heise.de, 01.07.2020