Die Anrufe bei der Kinderschutzhotline haben in der Corona-Krise stark zugenommen. Das Angebot der Kinderschutzhotline richtet sich speziell an Beschäftigte im medizinischen Bereich. Und die Fälle sind erschütternd: „Da geht es um Knochenbrüche oder Schütteltraumata … Da liegt der Verdacht nahe, dass den Kindern massive Gewalt zugefügt wurde.“, so der Teamleiter und Kinderarzt Oliver Berthold. Dennoch zeigt er sich nicht überrascht über diese Entwicklung, da Studien zeigten, dass in gesellschaftlichen Krisensituationen die Gewalt gegen die Schwächsten der Gesellschaft und somit den Kindern zunehme. Die Fälle aktenkundig gewordener Fälle von Kindswohlgefährdung sind zwar rückläufig, das liege aber an den geschlossenen Kindergärten und Schulen, da diese Einrichtungen insbesondere solche Fälle meldeten. Man rechnet in den Jugendämtern mit explodierenden Zahlen, sollten die Kinderbetreuungseinrichtungen wieder geöffnet und die U-Untersuchungen nachgeholt werden. Durch die Schließung von Kindergärten und Schulen fehlten der Schutz und die Unterstützung für derart gefährdete Kinder. Nicht zuletzt deshalb fordern jetzt vier medizinische Fachgesellschaften, Kindergärten und Schulen wieder uneingeschränkt und umgehend zu öffnen. Im Gegensatz zu den geringen Infektions- und Ansteckungsraten bei Kindern seien die sozialen und gesundheitlichen Folgen der Schließung gravierend. Wir als AfD können uns dieser Forderung nur vollumfänglich anschließen.

Quelle: www.tagesspiegel.de, 15.05.2020; TA, 20.05.2020