Am 25. April nahm der Ministerpräsident Bodo Ramelow an einer Trauerfeier für eine Nachbarin teil. Zu diesem Zeitpunkt durften nur der engste Familien- und Freundeskreis, ein Trauerredner bzw. Geistlicher sowie das Personal des Bestattungsunternehmens laut seiner eigenen Verordnung an einer Trauerfeier teilnehmen. Im Interview mit der TA verteidigt er seinen Regelbruch mit einem „inneren Bedürfnis“ und er hätte als „Christ und Nachbar“, also als Privatperson, gehandelt. Nur ein Ministerpräsident ist immer ein Ministerpräsident und muss sich immer in dieser Rolle hinterfragen. Wenn er gegen eine Verordnung verstößt, die er selbst zu verantworten hat; wenn er FDP-Mann Kemmerich angreift, weil er gegen Corona-Auflagen verstößt und es dann selbst tut, dann ist er kein guter Ministerpräsident. Denn, wenn ein Thüringer Ministerpräsident die eigenen Regeln, die allen Thüringer Bürgern tagtäglich einiges abverlangen, nicht einhält, beschädigt er nachhaltig das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit in seine eigene Person und allgemein in die Politik. Herr Ramelow ist somit kein Vorbild.

Quelle: TA, 14.05.2020