Die offizielle Politik erweckt gerade in Corona-Zeiten den Eindruck unendlicher Liquidität und stolz wird verkündet, dass dies auf gutes Wirtschaften in der Vergangenheit zurückzuführen sei. Aber die vielgerühmte „schwarze Null“ wurde auf Kosten der Bürger erwirtschaftet: Die Nullzinspolitik enteignete den kleinen Sparer, während die Schuldenlast von Bund, Ländern und Gemeinden gedrückt wurde. Und trotz umfangreicher Einnahmen wurden den Bürgern Steuer- und Abgabensenkungen vorenthalten. Im Jahr 2019 allein beliefen sich die Staatseinnahmen auf fast 800 Milliarden Euro. Dass beim Bürger davon so gut wie nichts ankam, sieht man jetzt insbesondere in der Corona-Krise: Kurze Zeit nach Stilllegung der deutschen Wirtschaft erfolgte der Sturm auf staatliche Hilfsgelder und Kredite. Solo-Selbstständige, Kleinunternehmer und Mittelständlern gleichermaßen fehlen Rücklagen, um die Krise allein stemmen zu können. Hier zeigt sich deutlich die Diskrepanz zwischen reichem Staat und armen Bürger. Das Märchen vom reichen Deutschland ist ausgeträumt. Es geht nicht gut, wenn Politiker, die nie mit ihren eigenen Händen gearbeitet haben, das Geld der Bürger mit vollen Händen verteilen.

(Quelle: www.nzz.ch, 16.04.20)