Wohin man blickt, Kurzarbeit ist zurzeit allgegenwärtig. Laut einer Umfrage des Ifo-Institutes haben 50% der Unternehmen Kurzarbeit angemeldet und es werden wohl noch erheblich mehr werden. Mit dem Kurzarbeitergeld will der Staat dafür Sorge tragen, dass Unternehmen in kurzfristigen Krisen ihre Mitarbeiter nicht entlassen und trotzdem die Personalkosten massiv senken können. Doch diese Mittel fließen mit wochenlanger Verzögerung. Grund ist die riesige Menge an Anträgen. Zwar hat die Bundesagentur für Arbeit das Personal drastisch erhöht, dennoch ist das nicht ausreichend, so dass es wohl 8 bis 12 Wochen ab Antragsstellung dauern kann, bevor das Geld beim Unternehmen ankommt. Die Firmen müssen die Löhne und Gehälter ihrer Angestellten auch in der Kurzarbeit vorstrecken und das könnte angesichts von null Einnahmen in den letzten Wochen schwierig werden, so dass einige Unternehmen ihr Personal nicht bezahlen können. Die ersten kleinen Unternehmen stehen aufgrund mangelnder Liquidität vor der Frage, ob sie noch einmal öffnen oder gleich für immer zumachen. Die Folge sind dann Arbeitslose statt Mitarbeiter in Kurzarbeit. Hier sind kreative Lösungen gefragt, um die Unternehmen zu retten. Ingrid Hartges, Hauptgeschäftsführerin von Dehoga, sieht hier auch die Banken in der Pflicht. Wir alle fragen uns, wie lange dies noch so weitergehen soll? Die Regierung scheint den Dominoeffekt, der einen negativen Strudel nach sich zieht, außer Acht zu lassen. Dies ist nicht im Interesse der Bürger. (Quelle: amp.welt.de, 24.04.2020)