Kinder und Jugendliche verlieren in der Corona-Krise enorm. Sie verlieren an Normalität und Chancen. Die Corona-Krise hat den Alltag vieler Kinder auf den Kopf gestellt, den normalen Alltag massiv eingeschränkt und verändert. Die langfristigen Folgen sind nicht abzuschätzen; gab es doch zuvor keine ähnliche Situation. Dennoch sind Auswirkungen auf die Kinder zu erwarten. Thomas Fischbach, Präsident des BVKJ, rechnet mit psychosozialen Schäden durch Kontaktverbote und Eingesperrtsein. Denn für Kinder ab dem Kindergarten-Alter sei der Kontakt zu Gleichaltrigen sehr wichtig, um soziale Kompetenzen zu erlernen, so Maria Große Perdekampf, Fachliche Leiterin des Kinderschutzbundes Köln. Auch Lernen funktioniere über Beziehungen und digitaler Unterricht könne den Lehrer nicht ersetzen. Zudem droht beim Lernen zuhause enormes Konfliktpotential, da Eltern gleichzeitig Kinderbetreuung und Homeoffice bewältigen müssen. Weiterhin kommt hinzu, so Fischbach, dass durchaus die körperliche Gesundheit der Kinder leidet: weniger Arztbesuche, weniger Bewegung und ausgesetzte logopädische und ergotherapeutische Therapien. Die Situation der Kinder ist kein Schicksal, sondern politisch gewollt. Dabei trifft es Kinder aus finanziell gut gestellten Familien mit Haus, Garten und Geschwistern besser als Kinder aus sozial schwachen Familien. Kinder haben wenig Lobby, gerade deshalb muss die Politik jetzt für sie kämpfen. Schulen und Kindergärten werden auf längere Zeit nicht im Normalbetrieb laufen können. Der Belang der Kinder darf nicht aus den Augen verloren werden. Wir stehen erst am Anfang der verordneten Krise. Diese ist zu beenden! (Quellen: web.de, 27.04.20; www.tagesspiegel.de, 25.04.20)