Dreißig Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung lud der Landesbeauftragte des Freistaats Thüringen zur Aufarbeitung der SED-Diktatur zu einer szenischen Lesung aus den persönlichen Aufzeichnungen der Eisenacher Schriftstellerin Margot Friedrich „Eine Revolution nach Feierabend“ in den Tagen zwischen dem 29. September 1989 und dem 18. März 1990. Die gut organisierte und moderierte Lesung, durchgeführt durch eine Schauspielerin und einen Schauspieler, ließ viel Raum, um persönliche Erlebnisse und Erinnerungen der geladenen Arnstädter einzubringen. Auch ich konnte hierzu meine persönlichen Erlebnisse aus den Wendetagen zu Gehör bringen. Das Motto „Spuren suchen, Heimat finden“ sollte nicht nur das Leben im DDR-Sozialismus aufarbeiten, sondern auch „auf Früher, den Weg ins Heute und in die Zukunft blicken“. Obwohl es die zaghaften Andeutungen seitens der Moderatorin dies durchaus zuließen, wurde jedoch versucht, die aktuellen politischen Entwicklungen in Thüringen nicht zur Sprache kommen zu lassen. Mag es durchaus verständlich sein, dass in Rahmen einer solchen, im Prinzip eher historisch angelegten Veranstaltung politische Diskussionen ausgeklammert werden, ist es weniger verständlich, wenn die Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen e.V. neben Werbematerialien wie Insektenatlas und Mobilitätsatlas eine Broschüre auslegen „darf“, die sich aggressiv gegen die AfD richtet. Ich habe das Gespräch mit der Vertreterin der Stiftung gesucht und darauf hingewiesen, dass der Inhalt der Broschüre nicht zutreffend sei. Jedoch gab es von ihrer Seite kein Einlenken und damit ist wiederrum der Beweis erbracht, dass unsere Partei im öffentlichen Diskurs ausgegrenzt und einseitig negativ dargestellt wird. Auf diesem Weg ist eine konstruktive politische Auseinandersetzung, das Reden mit- und nicht übereinander nicht möglich.