In der Sitzung des Haushalt- und Finanzausschusses vom 22. März ergab sich aus einer Diskussion zum Digitalpakt Schule, dass demnächst alle Thüringer Schulen mit WLAN ausgestattet werden sollen, was nichts anderes heißt, als dass die Schüler im Klassenzimmer einer erhöhten WLAN-Strahlung, d.h. Mirkowellenstrahlung ausgesetzt werden. Auf meine Frage nach einer gesundheitlichen Beeinträchtigung der Kinder erhielt ich als Antwort, dass es hierzu keine relevanten Studien gäbe und demzufolge auch keine gesundheitliche Schädigung der Schüler zu erwarten sei. Bereits eine kurze Recherche ergab, dass durchaus repräsentative Studien existieren, die eine gesundheitsschädliche Wirkung auf dem Menschen belegen. Eine amerikanische Studie liefert umfassende Belege der besonderen Empfindlichkeit von Kindern gegenüber Mikrowellenstrahlung. Sie weist nach, dass Kinder erheblichen Gesundheitsrisiken ausgesetzt sind. Und selbst vom Bundesamt für Strahlenschutz wird empfohlen, auf Drahtlosnetzwerke zu verzichten und möglichst auf Kabelverbindungen zurückzugreifen. Daraufhin stellte ich zum Thema eine kleine Anfrage an die Landesregierung. Das Ergebnis blieb dasselbe: Ein vom Bundesamt für Strahlenschutz initiierte Forschungsprogramm Deutsche Mobilfunk sowie weitere aktuelle nationale und internationale Studien könnten „die Existenz nichtthermischer biologischer Wirkungen unterhalb der bestehenden Grenzwerte nicht bestätigen.“ Es gäbe keine akuten Wirkungen durch hochfrequente elektromagnetische Felder auf Kinder und Jugendliche. Die Frage nach der Langzeitwirkung könne man nicht beantworten, da ja Krebserkrankungen lange Latenzzeiten aufwiesen und die Mobilfunktechnik ja nur vergleichsweise kurze Zeit genutzt würde. Im Übrigen sei die Strahlung durch WLAN-Netze doch „wesentlich geringer … als die, die von Handys oder Smartphones ausgeht“! „Eine allgemeine Darstellung [der WLAN-Strahlung] als ‚Gefahr‘ wäre vergröbernd, vereinfachend und daher unzutreffend.“ Die Verantwortung weißt die Landesregierung weit von sich, schließlich seien ja die Schulträger für die Art der Ausstattung mit IT-Infrastruktur zuständig. Stattdessen setzt die Landesregierung „auf Aufklärung und ermutigt Eltern, Lehrkräfte und Schüler, sich mit dem gesundheitlichen Aspekt von WLAN-Strahlung auseinanderzusetzen.“ Hier wundere ich mich nur, warum die Landesregierung über etwas aufklären will, was nach ihrer Meinung doch gar nicht besteht: ein gesundheitlicher Aspekt von WLAN-Strahlung. In Anbetracht der Antwort auf meine kleine Anfrage schleicht sich der doch nicht so leise Verdacht ein, dass die Landesregierung nur sieht, was sie auch sehen will. Relevante Fakten werden einfach zur Seite geschoben. Warum? Nicht zuletzt, um wieder einmal ein Vorzeigeprojekt in die Tat umzusetzen. Aber gerade der (gesundheitliche) Schutz unserer Kinder sollte der Landesregierung am Herzen liegen. Die Lösung wäre in diesem Falle so einfach: der Rückgriff auf Kabelverbindungen. Diese sind zwar kostenintensiver, die Gesundheit unserer Kinder sollte dies jedoch wert sein!

Link zur kleinen Anfrage: https://parldok.thueringen.de/ParlDok/dokument/71412/schaedigung_durch_wlan_strahlung_insbesondere_von_kindern_und_jugendlichen_in_thueringer_schulen.pdf