Mit welcher Rücksichtslosigkeit die Thüringer Landesregierung ihr „Projekt“ erneuerbare Energien durchzusetzen sucht, zeigte sich unter anderem bei der öffentlichen Anhörung der Petition „Erhalt der Natur- und Kulturlandschaft Vogtland“ im Thüringer Landtag letzte Woche. Mit eindrücklichen Vorträgen legten die Petenten dar, dass insbesondere die geschützten Arten Wildkatze, Schwarzstorch und Fledermaus, aber auch das Rotwild in ihrem Lebensraum bedroht wären, würden, wie geplant, die Windräder im Planungsgebiet, also Waldgebiet aufgestellt. Die Rede war von regelrechtem Artensterben, sollte das Vorhaben in die Realität umgesetzt werden. Überdies würde der Tourismus im Dreiländereck Thüringisches-Sächsisches-Bayrisches Vogtland in Mitleidenschaft gezogen, mit Auswirkungen auf in diesem Bereich angesiedelte Arbeitsplätze und die Attraktivität als Wohn- und Lebensraum für die Bewohner, so wurde aus der Tourismusbranche vorgetragen. Auch das von uns immer wieder angemahnten Argument, dass Deutschland mit seinen 2,1 Prozent Anteil am gesamten CO2-Ausstoss unbedeutend im Vergleich zu CO2-Verursachern wie China und Indien sei, wurde angebracht. Windenergieerzeugung funktioniert im Moment nur, weil es Alternativen aus Kohle und Atomkraft gäbe, da bei fehlendem Wind nicht ausreichender Strom zur Verfügung gestellt würde, da nach wie vor entsprechende Speicher fehlten. Wir sprechen also von einer an sich unausgereiften Technik. Ein weiterer, bisher wenig beachteter Aspekt stellen die Stromkosten dar, die zusätzlich für sogenannte erneuerbare Energien anfallen. Wie der Referent eindrücklich ausführte, führt genau dieser Aspekt zu einer weiteren Spaltung der Gesellschaft, da im Endeffekt wenige, in deren Händen sich bereits das Kapital befindet, daran verdienen, während die Endverbraucher, vor allem Geringverdiener, über die Stromabrechnung die Zeche zahlten.
Trotz all der bekannten Argumente, die sich über diese Petition hinaus verallgemeinern lassen und durch mehrere Gutachten, unter anderem auch der Expertenkommission der Bundesregierung, bestätigt wurden, lenkt Rot-Rot-Grün in ihrem Vorhaben, die Windräder in den Wald zu stellen, wohl nicht ein. Beispielsweise wurde ein Artensterben in dem Gebiet als „weicher“ Faktor bei der Errichtung von Windrädern im Wald abgetan. Wie interessiert die Landesregierung an dieser Problematik ist, zeigte auch dies: Zuständige Abgeordnete, die hätten Rede und Antwort stehen können, waren nicht vor Ort, auch die Umweltministerin nebst Staatsekretäre fehlten. Stattdessen musste der entsprechende Landesbeamte für diese einspringen und sich den zumeist kritischen Fragen stellen. Eine Abgeordnete der Linken wollte überdies verhindern, dass der Beamter des Freistaates auf eine knifflige Frage antwortete, dem er dann zum Teil auch so nachkam. Das wirft erneut die Frage auf: Wie „grün“ ist also die rot-rot-grüne Landesregierung und in welchem Interesse agiert sie dann letztendlich? Wirklich für die Thüringer Bürger und die heimische Fauna und Flora???