Am Montag, den 24. September, war ich mit meiner Mitarbeiterin zur Baubeginnfeier anlässlich des Teilumbaus des Oeconomicums – in Studentenkreisen wegen seines Aussehens auch als „die Schwarzwaldklinik“ bekannt – an die TU Ilmenau geladen. Nicht jedoch das Äußere des Gebäudes der Fakultät Wirtschaftswissenschaften bedarf einer dringenden Erneuerung, sondern immer wieder neue Änderungen der Brandschutzverordnungen zwangen zu drastischen Maßnahmen: Zuerst wurde das Dachgeschoss mit den Verwaltungsräumen aufgegeben, später dann das gesamte dritte Obergeschoss. Mit der nun gestarteten Baumaßnahme wird das Gebäudeinnere neu aufgeteilt, ein zentrales, außen liegendes Treppenhaus und ein weiteres Treppenhaus an einem Giebel sorgen für ausreichende Fluchtwege im Falle eines Brandes; Fahrstühle, Rollstuhlrampen und behindertengerechte Toiletten schaffen mehr Barrierefreiheit. Nachdem im Mai vom Bau- und Vergabeausschuss der Stadt Ilmenau der geplante Teilumbau genehmigt wurde, kam es nun am Montag zum offiziellen Startschuss des Umbaus. Der symbolische erste Spatenstich erfolgte, nachdem Ministerin Birgit Keller (Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft), Dipl. Ing. Andreas Appelt als Vertreter des ausführenden Architekturbüros und der Rektor der TU Ilmenau Prof. Dr. Peter Scharff mit Grußworten das Projekt den Anwesenden näher gebracht hatten.

Unter den geladenen Gästen befand sich neben weiteren Mitarbeitern des Landtages und der TU Ilmenau auch jener Professor, Dekan der Fakultät für Wirtschaftswissenschaften und Medien, der jüngst anlässlich unseres Infostandes am Apothekerbrunnen in Ilmenau auf seiner Internetseite zu einer „Demo gegen die AfD“, um gegen „ihre menschenverachtende Politik“ zu demonstrieren, mobil machte. Was für ein Zufall! Es gelang mir ein Gespräch mit dem Professor für Empirische Medienforschung und politische Kommunikation. Er legte mir seine Sicht auf die AfD dar. Es fielen Worte wie an der Grenze auf Flüchtlinge schießen oder das Ertrinken von Flüchtlingen im Mittelmeer befürworten. Als Kommunikationswissenschaftler war er auch äußerst an dem Verhältnis der AfD zu den öffentlichen Medien – Stichwort Lügenpresse – interessiert. Er hörte sich auch meine Meinung und Klarstellungen an, dennoch scheint mir, dass ähnlich wie in der politischen Führungsetage in den Studierstuben des Landes ¬– zumindest in diesem Fall – ein anderes verzerrtes Bild von den Verhältnissen auf deutschen Straßen herrscht. Oder soll ich vielleicht sagen: Zwischen Theorie und Praxis liegen Welten – und zwar Welten, die ein gesamtes Volk spalten (können). In Anbetracht der eindeutigen öffentlichen Positionierung dieses Wissenschaftlers der Kommunikationswissenschaft (also kein Politikwissenschaftler) sollte darüber diskutiert werden, welche Rolle die Forschung bei der Interpretation des aktuellen Zeitgeschehens einnehmen sollte. Auch bestätigte mir jener Professor, dass in den Schriften und Programmen der AfD nichts Rassistisches oder Verwerfliches zu finden sei. Ich überreichte dem Professor gern meine Visitenkarte und hoffe, dass mein Gesprächsangebot angenommen wird. Den Studenten an der Uni wünsche ich ein gutes Studium, nah an den richtigen Fakten und dies bei guten Studienbedingungen.