Erstmals nahm das AfD-Büro des Thüringer Landtagsabgeordneten der Alternative für Deutschland, Olaf Kießling, Mitarbeiter seines Büros und Mitglieder des Kreisverbandes am Arnstädter Stadtfest teil. Das Arnstädter Stadtfest hat eine lange Tradition und findet immer am ersten Wochenende September statt. Gewerbetreibende und Händler organisieren seit Jahren in Zusammenarbeit mit der Stadt Arnstadt straßenweise Programme und Aktionen. So auch in der Rosenstraße. Neu war indes nur, daß auch das AfD-Büro in der Rosenstraße 22 durch die Organisatoren angefragt wurde, ob eine Beteiligung erwünscht sei. Sie war es. Problemlos erhielten wir die Genehmigung. Unser Büro entschloß sich in Absprache mit Olaf Kießling am Samstag, 1. September, mit einem Infostand von 11. Uhr bis 18.00 Uhr vor dem Büro teilzunehmen. Doch was tun? Politische Werbung – keine Frage. Flyer, Zeitungen, Aufnahmeanträge? Aber reicht das? Was wäre typisch für Arnstadt? So entstand die Idee, sich mit Arnstädter Themen auseinanderzusetzen. Aber wie rüberbringen? Kurz entschlossen wurde einer der Tische, immerhin 80 cm breit und 1,60 Meter lang zu einer Infotafel umfunktioniert. Was gab es zu betrachten? Mit sechs Bildern wurden typische Arnstädter Themen dargestellt, die die AfD in Arnstadt mit unterstützen würde. Dazu gehören unter anderem die Aufstellung des Bismarckbrunnens, die Einbindung der Ley-Geschichte, die Initiative Platz der Versöhnung und andere Vorschläge und Ideen zum Nutzen der Stadt. Natürlich wurden auch die Ziele der AfD für Arnstadt benannt, Ergebnisse dargestellt. Darüber hinaus wurde kurzfristig ein kleiner Flyer erstellt,der über diese kommunalpolitischen Vorstellungen und Inhalte informierte. Abgedeckt wurde der tischgroße Ausdruck von einer 4 mm- starken Plexiglasscheibe. Zusätzlich wurde ein Beistelltisch organisiert, auf dem AfD-Werbeartikel präsentiert wurden – Heliumluftballons, Malutensilien, Zollstöcke, Flaschenöffner, Einkaufschips, Kugelschreiber und ähnliches. Um es vorweg zu nehmen- es war ein Riesenerfolg.

Schon kurz nach der Eröffnung kamen die ersten Arnstädter Stadtfestbesucher an den Infostand, fragend, etwas Abstand haltend, vorsichtig. Es war der Samstag von Chemnitz, die Stimmung da und dort deutlich angespannt. Viele Bürger gingen leider auch achtlos vorbei. Doch so mancher merkte auf einmal ungefragt an, daß er nur uns wählen würde oder gewählt hat. Mit der Zeit wurde die Stimmung lockerer, die Gespräche nahmen zu, die Scheu wich. Nicht zuletzt auch daher, daß dieAfD in Arnstadt einen guten Bekanntheitsgrad hat. Die Wählerschaft beträgt immerhin knapp 30 Prozent. Damit ist die AfD in Arnstadt stärkste politische Kraft. Das spiegelt sich zwar noch nicht im Stadtrat wider, aber 2019 soll sich das ändern. Auch das war immer wieder ein Thema. Was könnt ihr schon bewirken? Nur soviel wie wir auch persönliche Unterstützung von unseren Wählernund Bürgern erhalten. Stimme abgeben und auf dem Sofa lümmeln reicht eben nicht. Immer wieder Antworten zu geben – auch auf die unsinnigsten Fragen oder Vorwürfe, von den Medien eingehämmerte Vorurteile zu revidieren – all dies ist nicht unbedingt vergnügensteuerpflichtig. Doch was uns alle besonders freute, waren die anerkennden Worte, ja Danksagungen, ein herzlicher Händedruck mit dem Hinweis, daß wir diese Unterstützung auch bekommen. Ausdruck dessen war auch die Zusage von mehreren Bürgern, die Mitglied werden wollen oder sich bereit erklärten, bei der Verteilung von Infomaterial zu helfen. Das allein war die Mühe wert. Es zeigte aber auch, daß die gesellschaftliche Stimmung unter Bürgermeister Frank Spilling lockerer geworden ist. Einer der Organisatoren für die Rosenstraße ist unter anderem der einstige Bürgermeisterkandidat Thomas Eidam. Er führt einen Computerfachhandel. Er bewarb sich für das Amt des Bürgermeister für seine Partei – die SPD. Um das einordnen zu können, muß man Arnstadt verstehen. Seit vielen Jahren kennt man sich. Überwiegend besteht darüber Einigkeit, daß man sich trotz unterschiedlicher gesellschaftlicher Überzeugungen nicht aus dem Weg gehen wird – einige Hardliner auf beiden Seiten mögen das anders sehen. Doch parteiübergreifend können sich viele Arnstädter eine Zusammenarbeit durchaus vorstellen.

Um ehrlich zu sein: Es besteht Hoffnung. Haß und Hetze wie sie nach Chemnitz bundesweit gegen die AfD über die Medien kübelweise augeschüttet wurden, mögen den einen oder anderen bewegen, Abstand zu halten. Andere nehmen dies zum Anlaß, aktiver zu werden. Arnstadt ist für alle Heimat. Es gibt keinen vernünftigen Grund, den Hardlinern das Feld zu überlassen. Es muß allerdings möglich sein, ja, es ist geboten, jenen, die eine solche Hetze gegen die AfD betreiben, entschieden entgegenzutreten.

Das all dies möglich ist, wurde zum 29. Stadtfest am Stand mit der Nummer 24 deutlich. Das ist auch all jenen zu verdanken, die noch immer die Hoffnung nicht aufgegeben haben, daß Arnstadt auch unsere Heimat bleiben kann. So wie wir Heimat verstehen. Wer zu uns mit ehrlichen Absichten kommt, und diese Heimat mit allen Konsequenzen annehmen will, der ist willkommen.

Achim König
Büroleiter AfD-Bürgerbüro