Thüringer Polizisten sowie Angehörige der Einsatzeinheiten der Bereitschaftspolizei können derzeit nicht ausreichend am Polizeisport teilnehmen. Das geht aus der Antwort der Landesregierung auf eine kleine Anfrage des AfD-Abgeordneten Jörg Henke hervor. Grundsätzlich sind die Polizisten dazu verpflichtet, mindestens vier Stunden Sport pro Monat Sport zu treiben.

Dazu sagt Jörg Henke, innenpolitischer Sprecher der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag:

„Wieder einmal offenbart sich die Überbelastung der Polizei. Die Landesregierung gibt vor, dass die vorgeschriebenen Sportstunden deshalb nicht absolviert werden könnten, weil derzeit der Focus auf Schieß- und Einsatztraining gelegt würde. Eine andere Schwerpunktsetzung beim Polizeitraining darf jedoch kein Grund sein, um gesetzlich vorgeschriebenen Dienstsport zu vernachlässigen.

Außerdem ist die Antwort der Landesregierung zu den Gründen der momentanen Sportversäumnisse mindestens lückenhaft, wenn nicht sogar vorgeschoben. Als Hauptgrund für die Nichtteilnahme am Dienstsport ist mit Sicherheit die enorme Überbelastung der Beamten auszumachen. Aus einer früheren Anfrage meines Kollegen Kießling ging hervor, dass die Beamten im Polizeivollzugsdienst zum Ende des Jahres 2015 insgesamt über 127.000 Überstunden angehäuft haben. Wir gehen davon aus, dass diese Zahl sich mittlerweile weiter dramatisch erhöht hat. Die Überbelastung gefährdet auch die Gesundheit der Beamten. Ende 2015 betrug der Krankenstand bei der Polizei 9,24 Prozent. Dies ist ebenfalls maßgeblich auf die hohe Einsatzbelastung, verbunden mit dem langjährigen Personalabbau der Polizei in Thüringen, zurückzuführen.

Unsere Polizeibeamten werden geschunden und müssen jeden Tag aufs Neue ihr Leben aufs Spiel setzen, ohne Zeit für Regeneration zu haben. Da bleibt keine Zeit mehr für Dienstsport. Diese dramatischen Signale sollte die Landesregierung als Anlass nehmen, endlich schnell alle Dienstposten zu besetzen. Derzeit sind alleine im Polizeivollzugsdienst – bei einer hohen Einsatzbelastung, hoher Terrorgefahr und einer hohen Zahl an Wohnungseinbrüchen – 516 Dienstposten unbesetzt.“

Quelle: AfD-Fraktion