Die Versäumnisse der vorhergehenden CDU-geführten Landesregierung sind dafür verantwortlich, dass die Kosten an den staatlichen Schulen explodiert sind. Das hat die Antwort der jetzigen Landesregierung auf die kleine Anfrage der bildungspolitischen Sprecherin der AfD-Fraktion, Wiebke Muhsal, offenbart. In keinem anderen Bundesland sind die Ausgaben je Schüler so hoch wie in Thüringen. Die aktuell vorliegenden Zahlen stammen aus dem Jahr 2013.

Gerade der ehemalige Bildungsminister Christoph Matschie habe wiederholt betont, dass die hohen Ausgaben ein Beleg dafür seien, dass Bildung in Thüringen ganz groß geschrieben werde. „Das ist aber nicht korrekt. Die Angaben der jetzigen Landesregierung zeigen, dass die hohen Kosten insbesondere auf den hohen Altersdurchschnitt der Lehrer zurückgehen, die aufgrund ihrer größeren Erfahrung mehr verdienen, und nicht auf die angeblich herausragende Qualität unserer Bildungseinrichtungen“, so Muhsal.

Die Personalausgaben machten mehr als 85 Prozent der Gesamtausgaben aus. Seit 2005 seien die Ausgaben je Schüler von 5700 Euro auf 8100 Euro gestiegen und lägen damit bei der jüngsten Untersuchung 1400 Euro über dem bundesdeutschen Durchschnitt. „Während der Sachaufwand und die Investitionen in öffentliche Schulen durchschnittlich sind, beträgt der Personalaufwand je Schüler 6900 Euro und ist somit höher als in allen anderen Bundesländern.“ Der Altersdurchschnitt der Lehrer steige in Thüringen seit 1991 kontinuierlich an. Waren Lehrer damals noch im Schnitt 40,1 Jahre alt, so ist das Durchschnittsalter inzwischen auf 51,3 Jahre gestiegen. Zu erklären sei dies insbesondere durch fehlende Neueinstellungen: Die CDU-geführten Thüringer Landesregierungen hätten in den vergangenen zehn Jahren kaum Neueinstellungen getätigt. So seien beispielsweise 2014 nur 2,1 Prozent des Lehrerbestandes an öffentlichen Schulen ersetzt worden – „der geringste Wert in ganz Deutschland“, kritisierte Muhsal.

Die bildungspolitische Sprecherin forderte angesichts der vielen sanierungsbedürftigen Schulen in Thüringen eine deutliche Erhöhung der Mittel für Investitionen. „Die Landesregierung sollte sich ein Beispiel an den Nachbarländern Sachsen und Bayern nehmen, wo 600 beziehungsweise sogar 800 Euro pro Schüler jährlich in Investitionen fließen. Problematisch ist nicht, dass wir hohe Kosten für Schüler haben – problematisch ist, dass die hohen Ausgaben nicht bei den Schülern ankommen“, so Muhsal abschließend.

Quelle: AfD-Fraktion