Viele mitgebrachte Blumen und Präsente im Eingangsbereich, eifrig hantierende Angestellte, ein großes Festzelt in der schönen Gartenanlage, in dem sich bereits viele Bewohner und Gäste eingefunden hatten, dazu vorzeigbares Wetter: so präsentierte sich das Pro Civitate Seniorenzentrum Schönbrunn diese Woche Mittwoch zu seinem 10. jährigen Jubiläum.

In ihrer Einführungsrede führte Heimleiterin Frau Püschel durch die noch junge Geschichte des Seniorenzentrums. Auf dem Gelände des heutigen Seniorenzentrums befand sich bis zur deutschen Wiedervereinigung ein Produktionsbetrieb, in dem Arnstädter Schüler im Rahmen der im DDR-Unterricht üblichen „produktiven Arbeit“ verschiedene Erzeugnisse wie Taschenlampen usw. herstellten.

Schließlich konnte an dieser Stelle vor 10 Jahren nach Abriss und Neubau das Seniorenzentrum eingeweiht werden. Vor allem die großen, hellen Räume, eine eindrucksvolle Cafeteria, der schöne Garten, auf den man von vielen Balkons blickt, sowie die zentrumsnahe und dennoch ruhige Lage zeichnen das Objekt aus.

Es folgte die Rede des rührenden Heimfürsprechers, dem 95. jährigen Herrn Raschke. Als Heimfürsprecher stellt Herr Raschke das Bindeglied zwischen Heimleitung und den Bewohnern dar. Herr Raschke führte aus, es habe sich nur seine Anschrift verändert, ansonsten sei das Seniorenzentrum sein Zuhause geworden. Daran haben vor allem die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hauses ihren Anteil. Ebenso dankte er der Heimleiterin Püschel und der Hauswirtschaftsleiterin, Frau Reinecke, die für Kritiken und Ideen stets ein offenes Ohr haben.

Das Seniorenzentrum beherbergt Bewohner in einer erstaunlichen Altersspanne von 58 bis knapp 100 Jahren. Herr Raschke führte hierzu aus, dass es nicht immer einfach sein, den individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden, jeder Bewohner aber so akzeptiert werde, wie er sei und unaufdringliche Hilfeleistung angeboten werde.

MdL Olaf Kießling führte in seiner Rede aus, dass das Wohlbefinden eine wichtige Rolle in der Verlängerung der Lebenserwartung spielt, woran moderne Einrichtungen wie das Seniorenzentrum Schönbrunn ihren positiven Anteil haben. Er dankte den Mitarbeitern für ihre aufopferungsvolle Tätigkeit. Natürlich führt der schöne Umstand der längeren Lebenszeit auch zu der Herausforderung, mehr Senioren als bisher unterzubringen und zu versorgen. Und das bei gleichzeitig zurückgehender, jüngerer Bevölkerung und einem immer stärker werdenden Mangel an Pflegepersonal. Man spricht in einigen Bereichen schon von einem „Pflegenotstand“.

Die Alternative für Deutschland in Thüringen fordert daher die Verbesserung der Aktivierung von Arbeitskraftreserven. Hierzu muss beispielsweise der Weg für Quereinsteiger in die Pflege verbessert werden. Die Abwanderung von jungem, gut ausgebildetem Personal muss gestoppt werden. Aus dem Ausland zugewanderte Ärzte müssen das Sprachniveau C1 nachweisen, da für den Therapieerfolg eine sprachlich korrekt erhobene Anamnese, Aufklärung und Beratung unerlässlich sind.

Heimfürsprecher Herr Raschke sprach am Ende seiner Rede davon, die Bewohner des Seniorenzentrums nicht nur als Kostenfaktor zu betrachten und ihre Lebensleistung zu würdigen. Das können wir nur unterstreichen. Olaf Kießling führte in seiner Rede aus, dass wir sind es unseren älteren Menschen schuldig sind, dass sie als diejenigen, die unser schönes Deutschland mit aufgebaut und den vorhandenen Wohlstand zu großen Teilen mit erwirtschaftet haben, jetzt auch unsere bestmögliche, finanzielle wie gesellschaftliche Unterstützung erhalten.

Abschließend wünschte Herr Kießling den Bewohnern ein gesundes, zufriedenes und noch möglichst langes Leben im Seniorenzentrum.

Im Anschluss konnten wir in einem ausführlichen Rundgang das modern eingerichtete Seniorenzentrum auf den Etagen besichtigen und es ergaben sich interessante Gespräche mit den Bewohnern und Mitarbeitern. Die Variante des „Quereinstiegs“ in den Beruf des Altenpflegers wurde begrüßt.

Text und Bilder: Marcus Bühl