ARNSTADT.Vier Kerzen wurden am Montag, 19. Januar 2015, im Bürgerbüro des MdL Olaf Kießling Punkt 18.30 Uhr im Schaufensterbereich angezündet. Der Grund las sich auf einem Anhang so:

„Liebe Freunde, aus Sicherheitsgründen wurde heute, am Montag, 19. Januar 2015, die PEGIDA-Demonstration in Dresden durch die sächsische Polizei und Innenministerium abgesagt. Laut Polizei besteht eine konkrete Bedrohungslage gegen das Mitglied des Orga-Teams, Lutz Bachmann.

Das Mitglied des Landtages, Olaf Kießling, und die gesamte AfD Ilmkreis-Gotha stehen für Freiheit durch Sicherheit. Der heutige gravierende Einschnitt in die Meinungs- und Demonstrationsfreiheit kann nur einer Ausnahme sein. Wir dürfen Terroristen keinen Raum geben,um mit Morddrohungen und Schlimmeren unsere Freiheiten einzuschränken.
Gleichermaßern verurteilen wir die Verletzung religiöser Gefühle in Wort und Bild. Wir verweisen gern auf den weisen Spruch des großen Preußenkönigs Friedrich II., der da sagte: „Die Relgionen Müsen alle Tolerieret werden und der Mus der fiscal nuhr das auge darauf haben, das keiner derr anderen abbruch Thue, den hier mus einb jeder nach Seiner Fasson Selich werden!“

In aller Schärfe verurteilen wir aber jede Art von Terrorismus unter dem Deckmantel der Religion und religöse Aufforderungen zum Töten Andersgläubiger oder Atheisten. Wir tolerieren keineswegs religiösen Fanatismus, gleich von welcher Seite er ausgeübt wird.

Wir wehren uns gegen jeden Versuch, die im Grundgesetz garantierten Grundrecht zu beschneiden.

Das Pegida-Orgteam rief im Internet dazu auf, als Zeichen von Solidarität sowie als Ausdruck von Wärme und Mitmenschlichkeit die Fenster mit Kerzen zu erleuchten. Um 18.30 Uhr werden auch unsere Kerzen brennen. Gemeinsam sind wir stark.“

So erleuchteten die vier Kerzen an diesem Montagabend das Schaufenster des Bürgerbüros von Olaf Kießling. Alle freiheits- und friedensliebenden Menschen verstehen sehr wohl die Problematik in der Politik hierzulande, die sie auf die Straße treibt. Die berechtigten Forderungen müssen nun mit Nachdruck von der Straße in die parlamentarische Demokratie geleitet werden – ohne Tabus und Angst haben zu müssen, die falschen Fragen zu stellen. Es ist wie im richtigen Leben: Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten. Daran sollten sich vor allem Politiker und Journalisten, Künstler und in der Öffentlichkeit stehende Personen erinnern, sofern sie gefragt werden. Aber auch jene, die publizistisch aufgefordert sind, Fragen zu stellen und öffentlich Antworten zu publizieren, sollten sich daran erinnern, daß der Austausch von Argumenten im politischen Streit um die Weiterentwicklung einer Gesellschaft – nicht die Verschlimmbesserung einer Gesellschaft – das Fundament einer jeden Streitkultur ist. Ein geschärfter Blick auf die Realitäten ist dabei sehr, sehr hilfreich. Wir alle sollten das Licht strahlender Kerzen in uns aufnehmen. Das zumindest wäre ein Anfang.

König